Johannes Liss  Diplom-Psychologe
-Klinischer Psychologe BDP-  •  Psychotherapeut

 
 

 

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Nachrichten 

Petition; vom 28.02.2018

An die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Frau Andrea Voßhoff: Keine gläsernen Patienten - keine Telematik in der Psychotherapie

Weshalb dies wichtig ist:
Telematik (gesetzliche vorgeschriebene online‐Anbindung von Arztpraxen) gefährdet den Schutz der Daten von Patienten, die sich in einer Psychotherapie befinden.

An die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Frau Andrea Voßhoff

Sehr geehrte Frau Voßhoff!

Das EHealth‐Gesetz sieht vor, dass alle vertragsärztlichen Behandler, die Leistungen für eine gesetzliche Krankenkasse abrechnen, an die Telematikinfrastruktur der Firma Gematik angeschlossen werden müssen. Als Telematik wird die Vernetzung verschiedener IT‐Systeme und die Möglichkeit bezeichnet, Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen. Die Telematikinfrastruktur vernetzt alle Akteure des Gesundheitswesens im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung und gewährleistet den sektoren‐ und systemübergreifenden sowie sicheren Austausch von Informationen. Sie ist ein geschlossenes Netz, zu dem nur registrierte Nutzer (Personen oder Institutionen) mit einem elektronischen Heilberufs‐ und Praxisausweis, Zugang erhalten. Um allen Datenschutzanforderungen gerecht zu werden und insbesondere die medizinischen Daten von Patienten zu schützen, wird in der Telematikinfrastruktur auf starke Informationssicherheitsmechanismen gesetzt. Die sichere, verschlüsselte Kommunikation zwischen bekannten Kommunikationspartnern sowie der Schutz vor dem Zugriff auf sensible Informationen, sind daher das Fundament der Telematikinfrastruktur.

So beschreibt die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) die Telematik im Gesundheitswesen, das Wesen der Telematik auf ihrer Webseite.

Wir Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die mehr als 20% der betroffenen Behandler darstellen, sind um die besonderen Schutzbedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten und auch unsere eigenen besorgt.

Anders als in der somatischen Medizin verlangen die besonderen Umstände einer psychotherapeutischen Behandlung einen erhöhten Vertrauensschutz der Daten unserer Patientinnen und Patienten. Wir sind dagegen, ‐ dass Daten unserer Patienten in einer für andere Behandler zugänglichen elektronischen Patientenakte gespeichert werden. ‐ dass Daten der Behandlungen, insbesondere Einzelheiten der Inhalte psychotherapeutischer Therapien in irgendeiner Form von außen zugänglich sein dürfen.

Der spezielle Schutz unserer Patienten und der Schutz des therapeutischen Verhältnisses erfordert diese Unmöglichkeit auch autorisierter Zugriffe auf Daten unserer Patienten. Die strikte Prüfung der Berechtigung zur Herausgabe muss sowohl Patienten und dem Therapeuten vorbehalten bleiben und darf nicht ohne Wissen und Einwilligung beider geschehen. Der Schriftweg erscheint in jedem Fall zum Zweck des Datenaustausches mit anderen Behandlern oder Versicherungsträgern nicht nur ausreichend, sondern auch angemessen.

Es bedarf auch keiner Erörterung, dass diese Daten in Notfällen bei Nichterreichbarkeit des Behandlers leicht zugänglich sein müssen. Der einzige rechtfertigende Umstand wäre hier theoretisch die unmittelbare Gefahr der Selbst‐ oder Fremdgefährdung des Patienten. Die den unmittelbar entscheidungstragenden Personen, wie Notärzte, Psychiater oder der psychosoziale Dienst, besitzen genügend Fachkenntnis, um notwendige Entscheidungen unabhängig von der Kenntnis psychotherapeutischer Behandlungsdaten treffen zu können. Vergleichbar ist diese Situation mit einem medizinischen Notfall, zu dem ein Notarzt gerufen wird, der auch nicht den behandelnden Hausarzt des Patienten anrufen wird, um sich mit ihm zu beraten, sondern die notwendigen Maßnahmen selbst entscheiden kann und wird.

Von daher gibt es aus unserer Sicht keinen Grund eine Rechtsgüterabwägung zu konstruieren, die die nicht nur hypothetische Gefahr unberechtigter Zugriffe auf die Patientendaten nicht gefährdeter oder gefährdender Patienten, die die nachweisbare Mehrheit der Patienten darstellen, mit sich bringen.

Wir möchten dabei auch nicht unerwähnt lassen, dass erfolgreiche Psychotherapien bei vielen Patientinnen und Patienten zu persönlichen Nachteilen geführt haben. So werden in einigen Berufsbereichen Patienten nicht eingestellt, wenn sie sich in der Vergangenheit wegen Depressionen, eine der häufigsten psychischen Erkrankungen, in eine psychotherapeutische Behandlung begeben haben.Auch wenn diese zu nachhaltiger Symptomfreiheit geführt hat.

Wer mit einer alten Diagnose „Depression“ eine Versicherung abschließen will, hat z.B. wenig Aussicht bei Berufsunfähigkeitsversicherungen oder privaten Krankenversicherungen, die dann einen Risikozuschlag verlangen. Dieser aus unserer Sicht ohnehin bedenkliche Umgang bzw. die Stigmatisierung dieser Patienten hat dazu geführt, dass viele Psychotherapeuten vorsichtiger mit Diagnosen umgehen und z.B. Diagnosen stellen, die sich auf die aktuelle Auslösesituation der psychischen Erkrankung beziehen (z.B. akute Belastungsreaktion), um Patienten vor solchen Folgeschäden, die eine ganze Lebensplanung zunichte machen können, zu schützen.

Zu befürchten ist, dass ein „einfacherer Zugriff“ auf psychotherapeutische Behandlungsdaten diesen Schutz der Patienten wieder aufhebt, weil weitere Daten eingesehen werden könnten. Zwar müssen die Patienten generell dieser Datennutzung zustimmen, aber wer sich auf eine Stelle bewirbt oder eine Versicherung abschließen will, hat wenig Optionen, wenn die Entbindung von der Schweigepflicht Bedingung ist und in der Folge dazu führt, dass Daten dann „berechtigt“ von Dritten abgefragt und interpretiert werden können. Wir möchten an dieser Stelle nochmals betonen, dass die „Daten“ psychotherapeutischer Patientinnen und Patienten besonders sensible Daten sind, die einen höheren Vertrauensschutz genießen müssen, als beispielsweise die Dioptrien Zahl einer Brille oder die Röntgenaufnahme einer Kniescheibe.

Nur am Rande bemerkt: die geforderte Überprüfung eines Versicherungsverhältnisses (also, ob der Patient überhaupt noch versichert ist) kann auf anderen, weniger schädlichen Wegen erfolgen, Z.B. über Portale, die von den Krankenkassen selbst eingerichtet werden, auf denen wir die Daten der Patienten auf geschützten Zugängen selbst überprüfen können. Damit wäre sichergestellt, dass die Überprüfung erfolgen kann und der Datenschutz gegenüber Dritten erhalten bleibt. Und (auch nur am Rande bemerkt): Wie sollen wir mit Patienten umgehen, die z.B. notorisch ihre Versichertenkarte vergessen, wie z.B. manche jugendliche Patienten?

Insgesamt stellen wir den Sinn der Anbindung psychotherapeutischer Praxen an das Telematiksystem in Frage. Neben den erwähnten Gefahren bringt das System für eine psychotherapeutische Praxis keinen Gewinn. Psychotherapeutische Praxen müssen nicht notwendigerweise auf die Behandlungsdaten anderer Fachärzte zurückgreifen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Austausch mit Haus‐ oder Fachärzten auf dem fernmündlichen oder dem schriftlichen Weg sowohl inhaltlich als zeitlich ausreichend war.

Conclusio: Die Zwangsanbindung psychotherapeutischer Praxen bringt für die Arbeit der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten keinen Gewinn, birgt aber diverse und in der Zukunft nicht kalkulierbare Risiken. Die besondere und bisher ausreichend gewährleistete Sorgfalt im Datenschutz unserer Patientinnen und Patienten, wird durch die Anbindung unserer Praxen an die Telematikstruktur verletzt. Wir plädieren daher an Sie als Bundesbeauftragte für den Datenschutz, dafür zu sorgen, dass psychotherapeutische Praxen von der Anbindungspflicht an die Telematikstruktur ausgenommen werden.

Die Petition können Sie hier unterschreiben (externer Link).

 

 

Nachrichten 

Pressemitteilung des DPtV  vom 23.02.2018

Psychische Erkrankungen bei jungen Menschen

Ohne persönlichen Kontakt zum Therapeuten geht es nicht

Berlin, 23.02.2018. Online-Angebote bei psychischen Erkrankungen können lediglich ein erster Schritt zur Behandlung sein. „Psychische Erkrankungen wie Angst- und Panikstörungen oder Depressionen erfordern eine sachgerechte Diagnostik und Behandlung, die von Online- Angeboten ergänzt aber nicht ersetzt werden kann. Die Face-to-face- Behandlung wird immer das fachlich notwendige bleiben“, unterstreicht Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), anlässlich der Präsentation des Arzt-Reports 2018 der Barmer Krankenkasse zu psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen.

Es werde ausdrücklich begrüßt, dass die Krankenkasse einen Fokus auf die junge Bevölkerungsgruppe habe. Insbesondere der große Zeit- und Erfolgsdruck, und Perfektionsansprüche erschwerten oft das Gelingen der in diesem Alter anstehenden psychischen Entwicklungsaufgaben - Berufswahl, Bewältigen der Studienanforderungen, Herausbilden eigener Persönlichkeit, Partnerwahl. Daher sei es zu begrüßen, möglichst frühzeitig Angebote zur Prävention vorzuhalten. PRESSEMITTEILUNG 2 Befremdlich sei die Äußerung des Studienleiters des Reports, Professor Dr. Joachim Szecsenyi des aQua-Instituts, es bedürfe „einer noch stärkeren Bereitschaft der Psychotherapeuten, sich dieser Patienten anzunehmen“. „Es fehlt sicherlich nicht an der Bereitschaft der Psychotherapeuten, diese Gruppe zu behandeln. Es fehlt schlicht an der ausreichenden Anzahl an kassenzugelassenen Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen, um die notwendige Anzahl an Therapieplätzen zur Verfügung zu stellen“. Die Landesverbände der Krankenkassen sollten endlich den ihnen zugestandenen Gestaltungsspielraum nutzen und sich in den Landesausschüssen Ärzte/Krankenkassen für bedarfsgerechte Zulassungsmöglichkeiten von Vertragspsychotherapeuten einsetzen und regionalen Engpässen in der Versorgung mit Sonderbedarfszulassungen begegnen.

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Die vollständige Pressemitteilung finden sie unter www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de.

 

Nachrichten 

Pressemitteilung des DPtV  vom 17. August 2017

Statistischen Bundesamtes zur Einkommenssituation von Ärzten und Psychotherapeuten

Krasse Unterschiede: Psychotherapeuten-Einkommen nur ein Drittel des Ärzte-Einkommens

Berlin, 17. August 2017. Ärzte verdienen nach der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamtes drei bis viermal soviel wie Psychotherapeuten - und das bei vergleichbarer Arbeitszeit. Psychotherapeuten erzielen einen Reinertrag, also Umsatz abzüglich Kosten, in Höhe von 70.600 Euro, Ärzte hingegen im Durchschnitt 258.000 Euro. „Das liegt insbesondere an den geringen Einnahmen durch die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten. Seit mehr als 15 Jahren kämpfen die Psychotherapeuten deshalb vor den Gerichten um mehr Gerechtigkeit bei der Honorarverteilung der Kassenärztlichen Vereinigungen. Zum anderen sind die Einnahmen der Psychotherapeuten durch Privatbehandlungen sehr gering. Die Behandlung von Privatpatienten wird kaum höher vergütet als die Behandlung von gesetzlich Versicherten,” betont die Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Dipl.-Psych. Barbara Lubisch bei einer ersten Einschätzung der vom statistischen Bundesamt vorgelegten Zahlen.

In regelmäßigen Abständen erhebt das Statistische Bundesamt Einkommens- und Kostendaten niedergelassener Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten. Die jetzt vorliegenden Zahlen für 2015 beweisen erneut, dass Psychotherapeuten bei der ärztlichen Honorarverteilung weit abgeschlagen am unteren Ende der Einkommensskala stehen und dies trotz ähnlicher Arbeitszeiten. Nach der jüngsten Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) arbeiten Psychotherapeuten im Durchschnitt 45 Stunden pro Woche in der Praxis, Ärzte 51 Stunden.

Die Zahlen zeigen auch, dass die Benachteiligung immer mehr zunimmt: Seit der Erhebung des Statistischen Bundesamtes 2011 haben die somatisch tätigen Arztgruppen durch die jährlichen regionalen Honorarverhandlungen deutlich mehr zugelegt als die Psychotherapeuten. Die Kluft zwischen den Einkommen der Ärzte und der Psychotherapeuten wird immer größer. Psychotherapeuten können bei Inflationsraten von jährlich ein bis zwei Prozent nur durch Einschränkungen der Praxiskosten, der privaten Lebensführung und der Altersvorsorge über die Runden kommen. Auch die Anstellung von Praxispersonal ist mit diesen Einkommen kaum möglich.

Das Bundessozialgericht hat seit 1999 immer wieder entschieden, dass der Bewertungsausschuss aus Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen die Einkommensentwicklung der Psychotherapeuten in regelmäßigen Abständen an die der Ärzte anpassen muss. Dieser Auflage ist der Bewertungsausschuss seit 2008 nicht mehr nachgekommen. „Hier wird geltendes Recht einfach ignoriert. Die nächste Bundesregierung muss mit einer gesetzlichen Klarstellung den Bewertungsausschuss verpflichten, die Psychotherapie im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung so zu vergüten, dass Psychotherapeuten bei gleichem Arbeitseinsatz dasselbe verdienen können wie Ärzte der somatischen Medizin“, fordert Lubisch.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

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